Inseln über und unter dem Wind

Wenn man keinen Segeltörn macht dann ist der Besuch der karibischen Inseln mit einer Kreuzfahrt an sich eine gute Art diese kennen zu lernen.

Wir haben uns für die Aida entschieden von und bis Dominikanische Republik. Das war vom Programm her wunderbar, nur die Aida ist eine Katastrophe. Unpersönlich und auf Masse ausgerichtet. Die Offiziere, alle weiß, sind überheblich und arrogant, die Mannschaft, hauptsächlich Filipinos, dagegen sehr aufmerksam und bemüht. Aber was nützt das alles wenn z.B. vor der Öffnung der Restaurants sich die wartenden Gäste wie beim Ausverkauf bei C&A benehmen? Es gibt keinerlei Individualität, außer bei den beiden a la carte Restaurants, teuer aber gut. Wir hatten dort am Heiligen Abend und zu Silvester reserviert.

Noch was zur Aida: etwas war dort echt super: nämlich das tägliche Kinderprogramm. Das war immer bestens organisiert und die Kids hat es gefreut. Wer unter Stress oder Burnout leidet sollte nicht auf Reha, sondern hier her in die Karibik. Das entspannt total. Ein wunderbarer Fleck Erde. Wir haben es in vollen Zügen genossen. Und vor allem auch den auf jeder Insel anderen Rum, einer besser als der andere.

Marokko

Durch viele Jahre war das Oriental in Bangkok das erste Hotel weltweit. Auch ich fand es sehr angenehm, aber als wir in Marrakech im La Mamounia waren hat das das Oriental bei weitem übertroffen.

Das gesamte Hotel duftet nach Rosen, wohin man geht und schaut nichts als Rosen in allen Varianten. Ein riesiger Garten entlang der Stadtmauer mit blühenden Bougainville, ein großer Swimmingpool und gutes Essen, von der Qualität der Zimmer gar nicht zu sprechen. Marrakeh ist eine multikulturelle Stadt in der sowohl Araber, Juden und Christen in einer Einheit wohnen wie das im frühen Spanien der Fall war. Nicht umsonst zog und zieht es viele Europäer dorthin. Ein Ausflug in die Palmeraie zum Teetrinken, der Besuch der Koutoubia Moschee, der Jardin Majorelle (Andere Heller´s Garten gab es damals noch nicht), Besuch des Souk, die Färberei und natürlich den Djemaa al Fna (Platz der Gehenkten), tagsüber mit den Guerrab (Wasserträger), den Akrobaten und Märchenerzählern und Schlangenbeschwörern ist Pflicht, ebenso wie des Abends zum Essen dorthin zu gehen. Die Stadt bietet vieles. Dann eine Fahrt über das Atlas Gebirge mit Besuch der alten Berberstadt Ait-Ben-Haddhou zum Flußbett des Oued N´Fiss bis nach Zagora am Rande der Wüste. Von dort mit den Kamelen in die Wüste zur Übernachtung im Berberzelt. Ein beeindruckendes Erlebnis. Nachts weht leise der Wind durch das Zelt und plötzlich Windstille und eine fast unheimliche absolute Stille. Wenn man vor das Zelt geht glaubt man sich mit den Sternen zudecken zu können so nahe und hell kommen sie einem vor.

Kasachstan

Im Zuge einer Reise zur Seidenstraße habe ich auch Kasachstan besucht.

Denn ich wollte mir ein eigenes Bild über dieses Land machen, fern der offiziellen Berichterstattung dort und hier. Almaty (früher Alma-Ata) war nach der Unabhängigkeit 1991 vorerst Hauptstadt bevor diese dann ins neugebaute Astana, mitten in der Wüste, verlegt wurde. So kosmopolitisch wie Almaty wirkt so steril wirkt dagegen Astana. Eine moderne „Kunststadt“ aus Präsidentenwillen, unpersönlich, kühl und variationsarm. In Almaty ist die Vielfalt der Ereignisse, Menschen und Kulturen die jahrhundertelang hier lebten spürbar in Astana in keiner Weise. Die Landfläche ist riesig mit viel Wüste aber auch Gebirge und vor allem rohstoffreich. Bei Chrom, Vanadium, Wismut und Fluor Vorkommen ist Kasachstan die Nummer 1 auf der Welt. Ein beeindruckendes Land in dem ich aber nicht wohnen möchte.  

Über dem Wind: Grenada

Eine ältere Dame aus Deutschland mit starker Arthritis führte uns in eine Fabrik mit Muskatnussverarbeitung.

Sie schwört auf die schmerzstillende Wirkung des Muskatnussöls, das aus den beschädigten Nüssen gepresst wird. Daher verbringt sie mit ihrem Mann immer ein halbes Jahr auf der Insel. Die Schalen der Nüsse werden von den Einheimischen rund um ihre Häuser gestreut, denn das macht gehörigen Lärm, wenn man drauftritt und das ist die billigste Alarmanlage. Eine Rundfahrt über die Insel und der Besuch von Saint George´s beendete das Tagesprogramm. Natürlich haben wir auch das Muskatnussöl gekauft und zu Hause mit mäßigem Erfolg eingesetzt.

Namibia

Klein-Deutschland mit farbiger Bevölkerung und exotischen „Viecherln“, alles schön geordnet, sauber, durchorganisiert, geradlinig.

Liebe kleine deutsche Häuschen und Geschäfte. Eingezäunte Tiere die sich ihrer Verantwortung gegenüber den Touristen bewusst zu sein scheinen. Asphaltierte Straßen zu Safaris und ordentliche deutsche VW Busse. Irgendwie hat man nicht das Gefühl in Afrika zu sein. War nett dort, haben uns gut betreut gefühlt, aber so richtig Freude kam keine auf.

Estland

Meine erste Begegnung mit diesem Land fand anlässlich einer kulturell organisierten Rundreise durch die baltischen Staaten statt.

Ein sehr interessantes Land mit einer abwechslungsreichen Geschichte. Von den Dänen und Schweden über den deutschen Orden hin bis zur Hanse und dann unter russischer Herrschaft ist es heute ein unabhängiges Land mit einer hohen Rate an Menschen die sich mit der Digitalisierung beschäftigt. Jeder Bürger hat kostenlosen Zugang zum Internet. In Estland heißt es:  Laptop statt Aktenordner, Dateien statt Papierberge, Handy statt Festnetz. Tankstellen, Busse, Bahnen, sogar manche Badestrände haben drahtlose Internet-Zugänge.

Pärnu am Meer ist ein altes Städtchen mit schönem Strand, in Tartu, der Universitätsstadt, ist besonders die Johanneskirche zu erwähnen.  Diese Kirche ist eines der bemerkenswertesten Zeugnisse der Backsteingotik in Nordeuropa. Ihre heute noch erhaltenen über 1000 Terrakotta-Figuren sind in der europäischen Kunstgeschichte einmalig.

Tallinn mit der komplett erhaltenen Altstadt und der Stadtmauer hat einen besonderen Reiz. Es gibt am Rande des Hauptplatzes ein Restaurant in dem man von der Vorspeise bis zum Nachtisch alles mit Knoblauch haben kann. Ich liebe das. Auch findet das größte Chorfestival der Welt in einem dafür eigens geschaffen Freilufttheater alle 5 Jahre statt. Nächster Termin ist 2019.

Kirgistan

Kaum mit dem Auto über der Grenze nach Kirgistan glaubte ich in einer anderen Welt zu sein.

Das Land liegt im Hochgebirge des Tianshans und es gibt Flüsse, Wald und Wiesen.

Fast das ganze Land liegt auf ca. 1500 Meter. Ich habe seit Jahren keine so guten frischen und geschmacklich wunderbaren Tomaten, Gurken, Melonen, Weintrauben etc. mehr gegessen wie dort. Karakol ist sowas wie die Hauptstadt des Wander- und Skifahrtourismus Und Bishkek eine nette Hauptstadt mit viel Charakter all derer die hier je gelebt und gewirkt haben. Dazu der Yssykköl See mit 180 km Länge laden auf einen schönen Urlaub ein, wenn das Land nicht so weit entfernt wäre. Von den bereisten Ländern der Seidenstraße habe ich mich dort am wohlsten gefühlt.

Über dem Wind: St. Lucia

Von Kolumbus auf seiner dritten Reise entdeckt.

Eine wunderbare Insel mit viel Regenwald. Es gibt eine Seilbahn durch den Regenwald bis zur Spitze und wieder retour mit Erklärungen der Fauna und Flora. Das war informativ und mal eine andere Art durch den Wald zu streifen.

Pays d’outre-mer (Französisch Polynesien)

Eine Ansammlung kleinerer Inseln, Atolle und Archipele mit Französisch als Amtssprache und Frankreich ist für diese Gebiete zuständig für Außenpolitik, Justiz, Verteidigung, Innere Sicherheit und Geldwesen.

Senegal

Mit den Trommlern rhythmisch in eine Art Trance versetzt werden.

Im Zuge einer Kreuzfahrt hatten wir einen Aufenthalt in Senegal. Folkorevorführungen und Stadtbesichtigung war ebenso auf dem Programm wie der Besuch von Joal Fadiouth, einer Insel die über eine Brücke zu erreichen ist und fast ausschließlich aus Muscheln besteht. Die Gräber am dortigen Friedhof sind auch Muschelgräber in Ermangelung von Erde.