Es hat sich in letzter Zeit vieles verändert und ich versuche damit fertig zu werden. Ursprünglich habe ich gedacht, dass mir Corona nichts anhaben kann. aber das ist ein Irrtum, wie sich jetzt herausgestellt hat.
Nicht reisen zu können, dachte ich, ist nicht so schlimm, aber es hat doch viel bewirkt. Ich bin älter geworden und meine Lust zu verreisen nahm kontinuierlich ab. Auch meine diversen körperlichen Beschwerden, die immer mal wieder auftauchen, haben größere Reisen seither verhindert. Inzwischen ist eine Art Unlust entstanden längere und weite Reisen wie früher noch zu unternehmen. Das alleine wäre nicht das Problem, denn ich bin ja viel herumgekommen und das sollte für ein Leben reichen.
Apropos Leben: Ich kann mich nicht beschweren, ich hatte bisher ein sehr schönes Leben, es ist mir nicht viel Negatives widerfahren. Ich hatte Erfolg, ich konnte mich immer umsetzen, und mit dem Hauskauf und Paul, meinem Lebensmensch, wie das so schön heißt, ist mir sicherlich mehr gelungen als so manchem anderen.
Aber etwas nimmt immer mehr zu. Irgendwo in einem Film, war mal die Rede davon, dass man im Alter unsichtbar wird, und das stimmt. Fast alle unsere Bekannten nehmen mit Paul Kontakt auf, und nicht mehr mit mir. Ich bin also auf seine Informationen angewiesen um zu wissen wer wann wo was macht. Selten das sich jemand bei mir meldet, und auch die Besuche nahmen stark ab.
Es gibt nur noch wenige die sich meiner erinnern, und den Kontakt aufrecht erhalten, viele sind einfach von der Bildfläche verschwunden. Ich erwarte keinen Dank, aber sowas wie Freundschaft, Anteilnahme und Interesse an meiner Person.
Paul ist das Beste was mir passiert ist, aber manches versteht er nicht. Das wäre wahrscheinlich auch zu viel verlangt, ich habe das bei meiner Mutter auch nicht verstanden. Und ihm begreiflich zu machen, was mich wirklich bewegt dazu ist er noch zu jung, und man kann das erst mitbekommen, wenn man selber so alt ist.
Also schlage ich mich mit meinen Gefühlen selber herum, was nicht immer einfach ist. Es gibt echt gute Tage, dann aber auch wieder Tage da komme ich nur schwer mit mir zu Rande.
Auch scheint mein Körper damit beschäftigt zu sein, kaum das eine Sache vorbei ist, sich wieder was Neues einfallen zu lassen. Ich habe bis jetzt jede Krankheit immer mit einer positiven Einstellung überstanden, und hoffe das ich die Kraft habe das auch weiterhin so bewältigen zu können. Ich möchte die mir noch verbleibenden Jahre so verbringen, dass ich mich immer gerne an mein gesamtes Leben erinnere und nicht in Schwerz und Gram versinke und vergesse was mal schön war.











